Alien (1979)
Der Raumfrachter Nostromo fängt auf seinem Heimflug zur Erde ein Signal
auf. Die Besatzung wird aus dem Kälteschlaf geweckt und untersucht die
Herkunft des vermeintlichen Notsignals. Auf dem Planeten, von dem das Signal
stammt, entdeckt man ein abgestürztes Raumschiff. Bei der Inspektion des
Inneren des Raumschiff wird einer der Astronauten von einem fremdartigen Wesen
angegriffen, das sich wie ein Parasit auf seinem Gesicht festsetzt. Man bringt
ihn zurück zur Nostromo, wo der Parasit sich nach kurzer Zeit von selbst
von seinem Wirt löst und abstirbt. Kurze Zeit darauf bricht ein im Wirtskörper
abgelegter Organismus (das Alien) hervor. Es wächst auf enorme Größe
heran und tötet die gesamte Besatzung der Nostromo, weil auf Grund einer
Anweisung des Konzerns, dem die Nostromo gehört, das Alien lebendig zur
Erde gebracht werden soll. Ellen Ripley schafft es jedoch, das Alien zu besiegen,
indem sie die Nostromo zerstört und nunmehr mit einer Rettungskapsel allein
zur Erde zurück fliegt.
Aliens (1986)
57 Jahre später wird die Rettungskapsel geborgen und Ripley aus ihrem Kälteschlaf
geweckt. Sie muss erfahren, dass auf dem Planeten, auf dem die Nostromo das
Signal geortet hat, ein Siedlungsprojekt begonnen wurde. Die Siedler auf LV
426, so der Name der Kolonie, reagieren nicht mehr auf Funksignale und man entschließt
sich, eine Soldatentruppe zu entsenden - mit Ripley als Beraterin. Was sie nicht
weiß: Abermals besteht die Weisung, ein Exemplar der Aliens lebend zur
Erde zu bringen. Auf dem Planeten angekommen bietet sich dem Trupp ein Bild
des Schreckens: Alle Siedler, bis auf das kleine Mädchen Newt, sind von
den Aliens getötet worden. Nach und nach werden die Soldaten im Kampf gegen
die Aliens aufgerieben. Newt wird von den Aliens verschleppt, wird aber von
Ripley gerettet. Die Kolonie wird mitsamt den Aliens durch eine Atomexplosion
zerstört. Nur die Alienqueen rettet sich auf das Raumschiff der Marines.
In einem finalen Kampf tötet Ripley die Queen und tritt mit Newt, einem
nahezu zerstörten Androiden und einem schwerverwundeten Soldaten den Rückflug
zur Erde an.
Alien
3
(1992)
Eines der Aliens ist jedoch an Bord des Militärschiffs geblieben. Der Bordcomputer
bemerkt dies und stößt eine Rettungskapsel mit der im Kälteschlaf
befindlichen Besatzung ab. Die Kapsel stürzt auf einem Gefängnisplaneten
ab. Alle Insassen, bis auf Ripley und ein in der Kapsel befindliches Alien,
kommen beim Absturz ums Leben. Das Alien tötet nach und nach alle Insassen
des Gefängnisses. Durch einen Hinterhalt gelingt es schließlich,
das Alien zu besiegen. Im Körper von Ripley wurde jedoch vor Absturz ein
Alienembryo abgelegt - Eine Königin. Die Gesellschaft, der die Kolonie
(aus Aliens) gehörte, ist an dem Alien in Ripley interessiert, um es als
biologische Waffe zu züchten. Ripley durchkreuzt deren Plan und bringt
sich durch einen Sprung in siedendes Metall ums Leben.
Alien 4 (1998)
200 Jahre darauf gelingt es einem anderen Konzern auf einer Raumstation in einer
Versuchsreihe Ripley aus einer Blutprobe zu klonen. Man entnimmt ihrem Körper
das Alienembryo, aus dem sich die Alienqueen entwickelt. Um die Aliens zu vermehren,
kauft man von Piraten Körper von Weltraumreisenden an, die während
des Kälteschlafs entführt wurden. Es werden ein gutes Dutzend Aliens
nachgezüchtet, denen bald der Ausbruch gelingt. Die meisten Besatzungsmitglieder
der Raumstation werden getötet. Ripley und ein paar der Piraten versuchen
von der Station zu entkommen. Zum Schluss töten sie die Alienqueen und
deren jüngsten Nachwuchs: Ein Alien, das hybrid ist und menschliche Züge
(Augen, Gesichtsanlagen) besitzt. Ripley und die anderen Überlebenden stürzen
auf die Erde ab
Science Fiction bietet -
wie kein anderes Genre - wahrlich phantastische Möglichkeiten
zur Analyse sozialer Missstände. Durch die SF ist der Rezipient durchaus
vorteilhaft imstande, via der im Werk (vor-)ge-gebenen Distanz über andere
Welten, Gesellschaften, Spezies und nicht zuletzt über das eigene oder
das andere Geschlecht zu reflektieren. In diesem Sinn also ist die räumliche
wie auch zeitliche Distanz des Betrachters vom Filmgeschehen eine - im Hinblick
auf den jeweiligen Diskurs - progredient nützliche. SF ist
dergestalt (quasi unverfänglich) bestens dazu geeignet, sozio-kulturelle
Ten-denzen zu realisieren, um sie isoliert betrachtet zu kritisieren und gegebenen-falls
(pro-gressive) Lösungsvorschläge zu unterbreiten - alles unter dem
Deckmantel fiktionaler Modi. Unschwer kann man innerhalb filmischer (wie anderer)
Science-Fiction-Werke konstruierte Projektionen und Desiderate konstruktiver
sozialer Alternativen ausmachen.
Die Lesart einer Dramatisierung sozialkultureller Fragen drängt
sich im Fall der (bisher) vierteiligen Alien-Reihe geradezu herausfordernd auf.
Auch im Fall der Alien-Quadrologie überträgt die SF (die Verantwortung)
ihre(r) Inhalte ins All und eröffnet für die Filme somit bereits auf
der Rezeptionsebene mindestens eine ambige Lesart.
Im Folgenden soll dargelegt werden, wie die vier Alien-Filme die als starke
und unabhängige Frau eingeführte Heldin Ripley in einer rückwärts
gewandten Entwicklungsgeschichte ihrer anfänglichen Macht und sogar ihrer
Selbstbestimmtheit sukzessive berauben und sie im gleichen Zug auf ihre naturgegebene
Rolle als Mutter, also auf ihr eigentliches Dominanzgebiet, zurück verweisen.
Ripley wird in ihr traditionelles, biologisches Herrschaftsgebiet zurückgeführt,
das sie sich anmaßte zu verlassen. Die durch sie erfolgte Usurpation tradiert
patriarchalen Terrains muss sanktioniert und ausgetrieben werden.
Den Alien-Filmen ist insgesamt auf ganz unterschiedlichen Ebenen ein oppositionell
gestaltetes Dualitätsprinzip immanent. So stehen sich etwa folgende Komplexe
kontrastiv gegenüber: Betrachtet man die in den Filmen repräsentierten
männlichen und weiblichen Geschlechter--rollen, fällt auf, dass eine
Gleichrangigkeit nach außen, auf der Filmoberfläche gezeigt wird,
während sich dagegen dahinter eine destruktive Starrheit tradierter Geschlechter-typologien
verbirgt (nicht nur, aber besonders deutlich zu beobachten in Teil III). Das
Mutterprinzip, das die Alien-Filme zur Schau stellen, ist auch ein duales. Es
stehen sich die »böse« Mutter des Alien-Prinzips und die »gute«
Mutter in Gestalt der Übermutter Ripley gegenüber. Wobei diese Oppositions-gruppierung
sich auf die Ebene der ebenfalls dual charakterisierten Mutterschaft ausweitet
bzw. diese bereits enthält - die Mutterschaft der Alien-Queen ist biologistisch-aggressiv
während Ripleys Mutterschaft kulturell-empathisch konnotiert ist. Auf feministische
Argumentationen bauend, möchte man die psychoanalytische Ebene deuten,
indem man die weibliche Gebärfähigkeit analog zu oben angeführten
Kriterien spaltet. Infolgedessen existierte in Opposition zu dem hinlänglich
postulierten biologischen Determinismus eine inhärente potentielle Macht
von Gebärfähigkeit.
Lyotard sah im mütterlichen Körper einen »Ort des Widerstandes«.
Die Alien-Queen ist ein Vertreter dieses Ausspruches par excellence. Ihre archaische
Gestalt, ihr urtümlicher, aggressiver, wilder und biologistisch determinierter
Charakter offenbart ihre reine Natur. Aber auch eine nähere
Betrachtung des Ripley-Charakters ist der obigen Auffassung zugänglich,
auch ihr Körper, ihre Person ist in mehrfacher Hinsicht ein solcher Ort
des Widerstandes. Vor allem aber ist ihr Körper der Ort des Anderen,
ein Ort der sich somit männlichen (Ein-)Blicken verwehrt. Darüber
hinaus ein Ort, der potentiell Mutter sein kann und - wie sich zeigen wird -
es im Fall Ripleys auch sein möchte.
Die Alien-Reihe verdeutlicht in unterschiedlichen Bereichen, die paradoxe Tatsache,
dass Frauen ob ihrer weiblichen Naturhaftigkeit von jeher sowohl
geliebt und verehrt als gleichzeitig gefürchtet und verachtet (worden)
sind. Die gepriesene Natur wird der Frau (hier: Ripley) zum eigenen
Verhängnis. So kam bereits Platon zu der Erkenntnis, dass im Körper
der Frau ein tierisches Wesen lebe, das Kinder gebären wolle. Alien (Teil
I) zeigt die von Platon umschriebene Gebärmutter (symbolisiert) im Inneren
des Signale aussendenden fremden Raumschiffs, in das die Besatzung der Nostromo
durch einen vaginaförmigen Eingang eindringt. Das fremde Schiff ist der
mysteriöse wie unheimliche Leib der Mutter (im Freudschen Sinne),
es zeugt überdeutlich von der (noch unsichtbaren) Präsenz der Alien-Queen,
deren einziger existenzieller Sinn es ist, sich zu reproduzieren. Hierin liegt
ihre bösartige Natur. Der Fortpflanzungswillen des Alien wird
anderen Existenzformen zur manifesten Bedrohung des eigenen Lebens.
Im feministischen Diskurs deutete man den dem weiblichen Geschlecht naturgegebenen
(negativ: aufgezwungenen) biologischen Determinismus der Gebärfähigkeit
um, in eine ureigens weibliche Form der Macht; man war also bemüht,
die potenzielle Macht der Mutterschaft in den Vordergrund zu rücken (s.
o.). Im Falle Ripleys verkehrt sich nun aber gerade diese potentielle Macht
durch Mutterschaft in ihr Gegenteil und wird entwicklungsgeschichtlich
expliziert zu einer destruktiven Kraft, deren nunmehr negative Energie sich
gegen die Heroine richtet. Dadurch werden Ripleys Mach- und Dominanz, die im
1. Teil nochdeutlich sind, ihr nun wieder abverlangt. Ripley verliert zusehends
sogar ihre Parität, ihre geschlechtliche Gleich- und Höherrangigkeit
und letzten Endes wird sie selbst noch ihrer selbstbestimmten Existenz beraubt.
Ripley verwirkt die ihr zugestandene repräsentierte auf Vernunft
begründete Dominanz, ihre reale Gleichstellung, die sie behauptet in dem
Maße, in dem sie sich ihrer Rolle als Mutter bewusst wird und sich mit
dieser Mutterrolle auch identifiziert.
Gerade im I. Teil verkörpert Ripley eine starke Frau, stärker
gar als ihre männlichen Kollegen, die im übrigen gegeneinander völlig
austauschbar sind. Sie ist eine »phallische Frau« im Sinn Susanne
Weingartens - eine mit Waffen beladene, zu Gewalt bereite wie auch Gewalt anwendende
Frau, ausgestattet mit unterschiedlichsten visuellen Attributen, die ihr Bild
vervollständigen - so besitzt sie etwa einen sportlich durchtrainierten
maskulinen Körper, ihr Verhalten offenbart rationales Kalkül uvm.
Ihre phallische Präsenz bedeutet eine Irritation des (auch
in Alien I bis IV) zugrundeliegenden patriarchalen Systems, wenn nicht gar eine
Bedrohung der etablierten Ordnung.
So usurpiert Ripley in Alien bekanntermaßen männliche Vorherrschaft,
niemand anders als sie, eine Frau, führt die Mannschaft der Nostromo im
Kampf gegen die noch unbenannte Bedrohung (Alien bedeutet ja im übrigen
lediglich das Andere). Und ihre Macht ist so umfassend, dass sie es als einzige
schafft, zu überleben.
In Aliens, dem zweiten Teil, erfährt ihre bis dahin präsentierte (Über-)Macht
bereits deutliche Einschränkungen. Die Kenntnis um den Verlust ihrer leiblichen
Tochter stellt Ripley unter Schock. Sie übernimmt aufgrund ihres erlebten
Schicksals - aber auch weil sie eben eine Frau ist - nur allzu bereitwillig
die Patenschaft für Newt. Ihre neue Rolle nimmt sie umfassend in Anspruch,
sie offenbart alle erdenklichen mütterlichen Qualitäten, um ihrer
Mutterrolle gerecht zu werden - sie wird zur Übermutter, die bereit ist,
wirklich alles zu tun, um ihre Tochter vor Unheil zu bewahren. Immer
noch ist sie in diesem II. Teil phallisch attributiert, sie verliert dennoch
bereits an Macht und wird verwundbar, anfälliger für Fehler, da ihr
Handeln nun emotional bestimmt ist und ihr rationales Kalkül an Terrain
verliert. Ihre unerschütterliche Mutterliebe gebietet ihr nun, sich wie
eine Löwin für ihre Nachkommenschaft aufzuopfern. Zu schützen
gilt es jetzt nicht mehr so sehr das eigene Leben oder das der Leidensgenossen,
Newt ist nun die Nr. 1 - so wünscht man sich eine Mutter
Ihr wunder Punkt ist eindeutig ihre gelebte Mutterliebe, ihre Aufopferungs-bereitschaft
- sie muss den Verlust ihrer eigenen Tochter kompensieren. Indem gezeigt wird,
dass Ripley nach diesem Muster funktioniert, wird deutlich, dass
sie bereits massiv zurückgedrängt ist in die Schranken der traditionell
weiblichen Rolle der Frau als Mutter, deren Bestimmung es ist, Glückseligkeit
mittels ihrer Kinder zu erlangen und eine kompromisslos perfekte
Mutter zu sein.
In Alien 3 nun wird Ripley auch dem letzten Rest ihrer sie überlegen machenden
(Herrschafts-)Macht beraubt, sie wird reduziert auf ihr wehrloses, schutzbedürftiges
Frausein. Sie ist potentielles Opfer einer Vergewaltigung und kann sich diesmal
aus dieser Gefahr nicht mehr aus eigener Kraft begeben
Sie verliert
ihren bis dahin behaupteten Status einer starken und unabhängigen selbstbestimmten
Frau; sie wird nun auch das erste Mal sexuell aktiv. Im Gegenzug wird ihre maskuline
Erscheinung nach außen komplettiert. Man bemerkt sie als einzige Frau
in der mit Schwerstverbrechern bestückten Strafkolonie erst auf den zweiten
Blick; die Rasur ihres Schädels macht sie - allerdings eben nur ihrem Erscheinungsbild
nach - zur Gleichen unter Gleichen, der letzte feminine (Haar-)Schmuck wird
ihr genommen. Ihre Weiblichkeit lässt sich im Grunde nur noch aus dem Verhalten
der Männer ihr gegenüber unzweideutig erschließen. Waffen stehen
ihr diesmal keine zur Verfügung. Aber zumindest zur Verteidigung gegen
die Aliens braucht sie diese auch nicht. Ihre Waffe gegen die Aliens
trägt sie nun in sich - in ihr wächst ein Alien heran, das sie gegen
einen Alien-Angriff immunisiert. Allerdings nur vorläufig -
da dieser vorhandene Schutzme-chanismus ihren Tod nach sich ziehen
wird, in dem Moment, in dem ihr Baby geboren werden wird.
Die ihr verbleibende Domäne, über die ihr Verfügungsgewalt geblieben
ist, ist ihr eigener Körper - allerdings schwindet auch dieses letzte ihrer
Selbstbestimmung unterstellte Terrain; Ripley befindet sich in einem Wettlauf
mit der Zeit, die das Alien in ihr zum Wachsen benötigt.
Ihr, den III. Teil abschließender Wille, ist gleichzeitig ihr letzter
- sie wählt den Freitod und rettet dadurch ein weiteres Mal die Menschheit
vor der Bedrohung aus dem All. Ripleys letzter selbstbestimmter Akt, ihr Sturz
in den Tod, ist gerade auch aus mütterlicher Perspektive konsequent. Sie
entscheidet sich dafür, mit ihrem Kind gemeinsam in den Tod
zu gehen; sie hatte diese Wahl nicht, als sie ihre leibliche Tochter verlor
und ebenfalls nicht, als sie Newt, ihre Pflegetochter, verlor.
Trotz dieses in sich schlüssigen Endes des III. Teils gibt es noch einen
weiteren Film mit abermals Ripley in der Hauptrolle. Und in Anbetracht
der Ausgangsthese, Ripley verliere alle ihr anfangs zugesprochene phallische
Macht und gleichzeitig ihr Selbstbestimmungsrecht, stellt Alien: The Resurrection
einen Kulminationspunkt dar. Denn Ripley 8, wie unsere Heldin nunmehr
heißt, ist das Ergebnis eines nach vielen Fehlversuchen (?) gelungenen
wissenschaftlichen Experiments. Sie ist (eben der achte) aus einer Blutprobe
(!) entstandene Klon der vor zweihundert Jahren verstorbenen Ripley. Nach erfolgreicher
Entnahme des Alien-Embryos ist ihre weiter bestehende Existenz lediglich ein
auf Forscher-interesse beruhendes Zugeständnis; ihren eigentlichen Zweck
hat sie ja bereits erfüllt. Ripley 8 ist ein Hybridwesen - halb erinnernder
Part Ripleys, halb Alien. Die Entnahme der Alienqueen (!) aus ihrem Körper
- sie wurde also abermals ihres Babys beraubt - verhinderte nicht,
dass ihr Organismus nun mit dem der Aliens verschmolzen ist; ihre Instinkte
sind die der Aliens. Und darüber hinaus ist sie im Grunde genommen ihre
eigene Tochter. Der Klon ist erst sprachloses Kind, lernt jedoch sehr schnell
und wird stark an körperlicher Kraft.
Die anfängliche Geschlechterparität der Perspektive Geschlecht
ist soziokulturell determiniert wird nach und nach zurückgenommen
zu Gunsten der Perspektive eines biologisch bestimmten Geschlechts - und dieses
angeborene Kriterium kann (wie gezeigt wird) eben nicht überwunden
werden. Ripleys Entwicklungsgeschichte überdauert mehrere Jahrhunderte.
Sie umfasst eine allmähliche Rückforderung der Attribute, die sie
erst zur übermächtigen, überlegenen, phallischen Frau emporheben
in deren Gegenzug sie ihre mütterlichen Qualitäten entdeckt. Erzählt
wird somit der Verlust der Gleichrangigkeit im Dienste einer transzendentalen
Mutter-Kind-Vereinigung, die eine Frau auf ihre ursprünglich(st)en Qualitäten,
auf das ihr von Natur zugestandene Terrain zurück verweist und sie dorthin
zurück siedelt. Sie soll, und sie wird merken, dass sie es will, Mutter
sein.
[mmm]