Festivals

Internationale Filmfestspiele Berlin

Die Internationalen Filmfestspiele in Berlin finden in diesem Jahr zum 49. Mal statt. Vom 10. - 21. Februar 1999 stehen dort weltweit ausgewählte Filme im Wettbewerb. Eine international zusammengestellte Jury ermittelt von den Nominierten die besten künstlerischen, technischen oder filmischen Leistungen. Auch in diesem Jahr steht die verstärkte Förderung und Anerkennung junger Talente auf dem Programm. Zum Ende des Jahres 1998 wurden bereits einige Wettbewerbsteilnehmer bekanntgegeben. So ist auch Asien mit fünf nominierten Werken vertreten, trotz der dort vorherrschenden ökonomischen Schwierigkeiten. Ann Hui aus Hongkong (China) zeigt ihren neuesten Film Qian Yan Wan Yu (Ordinary Heros) als Weltpremiere. Die Filmgeschichte vermittelt Lebensgefühl und Turbulenzen der Metropole Hongkong zur Zeit der 80er und 90er Jahre. Bereits 1995 machte sich Ann Hui mit ihrem Werk Sommerschnee, für den sie den Silbernen Bären erhielt, auf der Berlinale einen Namen. Im darauffolgenden Jahr war sie Mitglied der Internationalen Jury und wurde 1997 mit der "Berlinale Kamera" ausgezeichnet. Eine weitere Welturaufführung ist der Film Keiho Dai Sanyukjo Jyo (Naked Law) von Yoshimitsu Morita aus Japan. Dieser Film wird als "psychologisches Kriminal- und Puzzle-Spiel" gehandelt. Der neben Regisseur auch als Drehbuchautor, Schriftsteller und Schauspieler agierende Morita landete 1983 mit The Family Game einen internationalen Erfolg. Die ebenfalls aus Japan stammenden Regisseure Shinji Somai und Mamoru Oshii stellen ihre Werke im Panorama des offiziellen Programms vor. Während Somai mit A Haru (Wait and See) eine ungewöhnliche Familiengeschichte wiedergibt, spiegelt sich in Mamoru Oshiis Animationsfilm Jin-Roh (The Wolf Brigade) die spannungsgeladene Auseinandersetzung mit den Guerillakämpfen in Japan wider. Bei der fünften asiatischen Repräsentation handelt es sich um Yonfan, der in seinem Werk Bishonen (Beauty) von einer ungewöhnlichen Beziehung, eingebettet in ein Milieu homosexueller Prostituierter, erzählt. Da im Rahmen der European Film Promotion (EFP) 16 Talente ("Shooting Stars") aus 12 Ländern nominiert wurden, richtet sich die Aufmerksamkeit Deutschlands vorerst auf seine Nachwuchstalente. Mit dieser Aktion wird nach Renate Rose (Geschäftsführerin der EFP) nicht nur jungen Begabten eine Chance gegeben, sondern auch gleichzeitig auf die Bedeutung der Schauspieler für die Promotion und dem Marketing europäischer Filme hingewiesen. Die deutschen "Shooting Stars" sind in diesem Jahr Maria Schrader und Moritz Bleibtreu. Maria Schrader (Hauptrolle in Keiner liebt mich) tritt auf der Berlinale mit der Titelrolle in Aimée & Jaguar an. Moritz Bleibtreu präsentiert sich als die neue deutsche männliche Vertretung der Nachwuchstalente in dem neuen Werk Liebe Deine Nächste (siehe S. 10) von Detlef Buck. Bleibtreu wurde unter anderem durch die Kinoerfolge Knockin' on Heaven's Door sowie Lola rennt bekannt. Den Höhepunkt der 49. Internationalen Filmfestspiele in Berlin wird die Schauspielerin, Tänzerin und Entertainerin Shirley MacLaine bilden. Von Moritz de Hadeln, dem Leiter der Berlinale, als Ehrengast geladen, erhält sie am 18. Februar 1999 den "Goldenen Bären". Anlässlich ihrer Auszeichnung wird an diesem Tag der Film Willkommen Mr. Chance (1980) von Hal Ashby gezeigt, in dem sie an der Seite von Peter Seller spielt.

[KP]