Selbst
an diesem Eröffnungstag sind die Baumaßnahmen im Außenbereich
noch nicht sichtbar abgeschlossen. Rundherum Bauzäune, Absperrungen, Baufahrzeuge.
Innen, zumeist hinter der Plakatfassade, dauern die Arbeiten ebenfalls noch
an. Doch endlich ist in der Innenstadt an diesem 17. Dezember eine ernstzunehmende
Konkurrenz füt das bisherige Monopolkino "Capitol"
entstahnden.
Die Einweihung erfolgt trotz fortgeführter Innen- und Außenarbeiten
gegen 13:00 Uhr durch eine feierliche Übergabe an die Jenaer Bevölkerung.
Eine beschauliche Anzahl von Einwohnern jeden Lebensalters hat sich eingefunden,
um nach der Durchschneidung des Bandes, die Jugend vorweg, die oberen Stockwerke
zu stürmen. Auch hier gleicht das Ambiente einem Glaspalast. Dem neugierigen
Gast bleibt ausgiebig Zeit, sich umzusehen, zu inspizieren und sich um das leibliche
Wohl zu kümmern. Dabei kann man auch die acht Kinosäle begutachten,
die eine Zuschauerkapazität zwischen 100 und 366 Plätzen aufweisen.
Cineastisch wird der Feiertag mit dem Staatsfeind Nr. 1 begonnen. Um für
einen mehrstündigen Film-Marathon auch ausreichend eingedeckt zu sein,
kann man sich im Foyer gleich mit den verschiedensten Snacks und Getränken
an mehreren Theken versorgen und danach, die Arme proppenvoll, den Weg in den
Saal antreten. Das Personal besteht ausschließlich aus Twens, die durch
einheitlichen Chic bestechen und stets sichtlich bemüt sind, sich selbst
und die Gäste aufzulockern. Dabei wird erklärt, gezeigt und eingewiesen.
Da Konkurrenz das Geschäft in Wallung bringt und die Preise im "Capitol"
noch vor der Eröffnung des "CineStar" purzelten, lässt sich
vorerst und mit Neugier über die neue Kinokultur in Jenas Innenstadt ein
positives Urteil fällen. Doch nach der vollmundigen Werbung muss auch das
entsprechende Angebot folgen. Und die Baumaßnahmen sollten für einen
ungestörten Kinogenuss bald zum Abschluss gelangen.
[RE, Fotos: MW]