Sechzehn,
achtzehn, einundzwanzig, vierundzwanzig, FÜNFUNDZWANZIG Frames. Dieses
Zählwerk gibt die technohistorische Entwicklung der Herstellung und Vorstellung
laufender Bilder in den letzten 100 Jahren wider: Von den hand- und uhrwerksgetriebenen
Kamera- Projektoren der Frühzeit bis zum Rhythmus des Bildaufbaus im Fernsehgerät,
der sich mit seinen vier Hundertstel dem mathematischen Kalkül der Dezimalrechnung
anverwandelt hat. Frame: Bild oder Rahmen? Ihr Name ist Programm: frame 25 erweitert
den Rahmen traditioneller Filmzeitschriften um den Blick auf neue Bilder. Ihr
Programm ist Manifest: frame 25 beruft sich auf Medientheorien, welche Gegenwart
und Vergangenheit des Laufbilds gleichermaßen bedenken: Filmkritik als
Mediengeschichte. Ihr Manifest ist Räson: frame 25 spricht Leute an, die
Texte wollen, um Bilder zu lesen. Entspricht der Beschleunigung des Takts der
Einzelbilder auch ein Mehr an Luzidität und ästhetischer Raffinesse?
Diese Frage nicht zu beantworten, sondern in feineren Fäden zu genauerem
Fragen fortzuspinnen - das wäre schon genug Aufgabe für das neue Blatt.
Auch wenn die Frequenz der Projektion nur die Rahmenbedingungen abgibt, in denen
sich die Bilder bewegen, so zeigt sie doch eines: Mit dem fünfundzwanzigsten
Bild, dem der elektronischen Schrift, gewinnt auch die Filmkritik ein neues,
reicheres Feld. Sie hat sich den neuen Technologien und Ästhetiken gestellt.
Noch eins, zum Schluss. Mit der neuen Zeitschrift der Studierenden von MedienwissenschaftJENA
erweist sich die Dynamik dieses jungen Studiengangs in doppelter Weise. Zum
einen ist binnen Jahresfrist ein Klima entstanden, das die Studierenden auch
außerhalb des Lehrbetriebs zu weiterem Fragen, Forschen, Arbeiten motivieren
konnte: über das Studium, über die Universität, über das
Land hinaus. Zum anderen wird klar, wie sinnvoll und notwendig es ist, zukünftige
Mediengeneralisten mit Wissen und Können auszustatten, das aus dem gewaltigen
Fundus bereits bestehender Bilder und Töne schöpft, um neue zu gestalten.
Frame 25 führt die NachDenkWerkStatt Kino mit anderen Mitteln fort. Und
darüber freue ich mich.
Karl Sierek