Editorial

Zer Stück Elt

Das Verhältnis von Film und Gewalt ist recht zwiespältig; zumindest, wenn es dabei um den “Jugendschutz” geht. Hoch im (ver-) öffentlich(t)en Diskurs steht immer noch die These, dass vor allem das Gewaltprogramm im Fernsehen direkten Einfluss auf das Verhalten der Rezipienten ausübt. Nach den folgenschweren Attentaten, die in den USA von Schülern vor nicht wenigen Wochen verübt wurden, war z. B. für Bill Clinton der Fall klar: Staatlich gefördert wird nun die Entwicklung eines “Gewalt-Chips” in Fernsehern, der beim ersten Tropfen Blut automatisch abschaltet, was nicht gesehen werden darf. Die Frage, was genau Gewalt ist (schaltet der Chip auch Nachrichtensendungen entsprechenden Inhalts ab?), bleibt allerdings ungeklärt. Die vorliegende Ausgabe der frame25 widmet sich dem Thema Film & Gewalt auf neun Seiten und versucht einen Überblick über das Phänomen zu geben und verschiedene Positionen zu reflektieren.
Von nun an werden regelmäßig (auch andere kontroverse) Themen in unserer Zeitschrift angeschnitten, die dann einen Teil der jeweiligen Ausgabe füllen.
Weiterhin setzen wir in diesem Heft die Kameramann-Portraits mit einem Artikel über den Schweden Sven Nykvist fort. Darüber hinaus gibt es ein Interview mit Hans-Jürgen Schicht, dem Leiter des Capitol-Kinos, das Jana Hofmann im April mit ihm führte.
Neben den Ergebnissen des 53. Festivals in Cannes findet sich eine Ankündigung des Monstra international in Pesaro, an dem Studenten der Medienwissenschaft im Juni auf einer Exkursion teilnehmen.
Diejenigen, die dort waren und schon immer mal für einer Filmzeitschrift schreiben wollten, bekommen die Möglichkeit, ihre Rezensionen in der nächsten Ausgabe der frame25 zu veröffentlichen.
Dann sei an dieser Stelle natürlich noch einmal erwähnt, dass wir uns sowieso über jede Zuschrift freuen und Interessierte bei den Redaktionssitzungen natürlich immer willkommen sind. Ort und Zeit der Treffen könnt ihr unter der Redaktionsanschrift oder per eMail erfragen.
Zu guter Letzt noch ein kleiner Wermutstropfen: Die frame25 wird ab dieser Ausgabe im dreimonatlichen Turnus erscheinen. Es hat sich herausgestellt, dass der Verkauf auf der einen Seite und die Arbeit am Heft auf der anderen Seite einfach mehr Zeit brauchen. Dafür gibt es ab August die bereits angekündigte Internet-Ausgabe, in der der Heftinhalt aber auch das gesamte Filmprogramm für Jena - Monat für Monat aktuell - erscheint. Viel Spaß bei der Lektüre der dritten Ausgabe wünscht nun ...


Stefan Höltgen