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Hausproduktionen

Deeper!

Was gibt es Neues aus dem Schnittstudio der Medienwissenschaft? Nach dem geglückten Umzug im September stehen in den nagelneuen Räumen des Ernst-Abbe-Platzes diverse Projekte in der letzten Phase. Leider war es nicht möglich, alle Filmprojekte vor Redaktionsschluss zu sehen bzw. zu begutachten.
Maik Wollrabs deeper war (neben einigen privaten Filmen, die nicht für öffentliche Aufführungen vorgesehen waren) somit der einzige fertiggestellte Film der letzten Monate. Nach augenblick der erinnerung und dem Beitrag Weimar für die von 3SAT initiierte Weimarrolle ist es bereits Wollrabs dritte Produktion.
Der vierminütige Videoclip ist gerahmt durch Bandaloops “Deeper”. Einem Chill-Out-Song, der durch seine dezent-schwebende Rhythmik ein Gefühl von bewegter Weitläufigkeit erzeugt. In inversem Schwarz-Weiß blinkt das Meer “wellenartig”, abgelöst von extremen Weitwinkelaufnahmen, in denen Personen schemenartig über das Watt laufen. In Slow-Motion überblenden sich Mensch und Windrad, um sich schließlich im gleichen Strom der Rotoren zu bewegen, wie es die Fahrtrichtung vorgibt. Im blinkenden Rauschen des Meeres endet der Clip, wie er begonnen hat.
Ohne Frage: Es harmonieren Bild und Ton. Die monotone Drum verstärkt sich im leuchtenden Wasser, die rhythmischen Wechsel im Song überschneiden sich mit Blenden. Das Diffuse, Entspannende im Chill-Out wird projiziert in dezenten, unscharfen und nicht-fokussierten Personen und Objekten. Ein auszumachendes Problem liegt in der gewählten Ästhetik, denn sie verlangt (leider) absolute Perfektion. Die Handkamera ist dabei eher hinderlich bzw. erschwert beträchtlich. Schwächen beim Filmen erfordern Arbeit am Schneidetisch. Der einzige Kritikpunkt an deeper ist der Umgang mit dem Zoom. Er liegt außerhalb des vorgegebenen Rhythmus’ und wirkt unmotiviert. Er wirft den Zuschauer auf die Produktionsebene und widerspricht somit letztlich der Chill-Out-Ästhetik. Nichtsdestotrotz beeindrucken die Bilder durch ihre Bewegung, das im Vorbeifahren gefilmte Feld mit Windkraftanagen ist dabei fraglos der Höhepunkt.

[TR]