Nur noch 60 Sekunden

Wer nach diesem Film das Kino ohne ein distinktives Gefühl von Geld- und Zeitverschwendung verlassen will, der hat eigentlich nur eine Chance: wahrer Nicolas Cage Fan zu sein, der ihm nun nach "The Rock" und "Con Air" auch noch diese Kooperation mit Jerry Bruckheimer verzeiht, weil er, nun ja, eben einfach göttlich ist. Die Story ließe sich in einem Halbsatz erklären: Autoklauerlegende Memphis kehrt zurück ins Business, um dusseligem Bruder den Hals zu retten; wird aber gnadenlos auf zwei Stunden ausgewalzt, und denjenigen die sich auf eine heiße Verfolgungsjagd mit quietschenden Reifen und heulenden Motoren gefreut haben, läßt Regisseur Sena keine Chance mit einer Stakkatoedition die eher an einen zusammengestückelten Haufen von MTV-Clips erinnert. Einziger autmobiler Leckerbissen des Filmes ist der 1967 Mustang Shelby GT 500, der sich in der Story jedoch leider zu Memphis' persönlichem Moby Dick entwickelt. Den Liebhabern von Blech auf Rädern lege ich in puncto Verfolgungsjagd eher das 1974-er Original "Gone in 60 seconds" oder "Ronin" ans Herz, uns Cage-Fans bleibt wohl vorläufig nur die Hoffnung auf eine bessere Auswahl seiner Filmrollen.

Nur noch 60 Sekunden
 (Gone in sixty seconds, USA 2000)
 Regie: Dominic Sena
 Buch: Scott Rosenberg
 Kamera: Paul Cameron
 Darst.: Nicolas Cage, Giovanni Ribsi, Angelina Jolie u.a.
 Länge: 117 min; Verleih: Touchstone Pictures 

CW]


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