Mel Gibson - Der Patriot

South Carolina, 1776. Der Farmer Benjamin Martin (Mel Gibson) ist überzeugter Pazifist. Mit seinen zahlreichen Kindern genießt er ein glückliches Leben. Selbst die Sklaven schätzen Benjamin, denn er ist ein guter Mensch. Wunderschöne Sonnenuntergänge runden diesen Sinn-Kosmos ab. Doch dann kommt der Tag, an welchem der britische Colonel Tavington den jüngsten Sohn erschießt. Nun ist Benjamin ein überzeugter Patriot, dem es gelingt, den Unabhängigkeitskrieg gegen die Engländer fast im Alleingang zu entscheiden. Subtilität ist ein Fremdwort für Regisseur Roland Emmerich, es gibt kein Bild und keinen Handlungsstrang, die Anlässe zu Mehrdeutungen geben könnten. Die Schwarzweißmalerei zieht sich konsequent durch den Film: auf der einen Seite die guten Amerikaner, auf der anderen die bösen Engländer. Für den Zuschauer wird es zusätzlich viele Deja Vu - Erlebnisse geben, da Emmerich bekannte Ikonografien aus anderen Historienfilmen übernimmt - ganze Szenenabfolgen wirken vertraut und erinnern an Braveheart (USA 1996) oder Fackeln im Sturm (USA 1985-87). Anspruchsvolles Kino wollte Roland Emmerich laut eigener Aussage noch nie machen, seine Werke sollen den Zuschauer unterhalten. Doch leider wird auch letztere Aufgabe nicht erfüllt, übrig bleibt nur ein überlanges Epos.

Der Patriot
 (USA 2000) 
 Regie: Roland Emmerich;
 Buch: Robert Rodat; 
 Kamera: Caleb Deschanel; 
 Darst.: Mel Gibson, Heath Ledger, Jason Isaacs 
 Länge: 159 min; Verleih: Columbia Pictures 

[RH]


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