Truman Show

Truman-Show Seit Truman Burbank (Jim Carrey) geboren wurde, also seit 10.909 Tagen ist er der Hauptdarsteller einer Fernsehshow. 24 Stunden am Tag flimmert sein Leben über den Bildschirm. 24 Stunden am Tag wird sein Leben von 1,7 Milliarden Menschen in 120 Ländern verfolgt. Sein Leben? Bisher glaubte er zu wissen, was das ist. Doch als er eines Morgens zur Arbeit will, fliegt ihm ein überdimensionaler Bühnenscheinwerfer vor die Füße. Kurz darauf wird dafür im Radio eine Erklärung abgegeben. Was Truman nicht weiß: Er ist umgeben von Komparsen. Seine Eltern, Freunde, ja sogar Ehefrau Meryl (Laura Linney) sind nichts als Schauspieler, agierend in einer von einem Regisseur geschaffenen Welt: Seaheaven. Natürlich hegt Truman den Gedanken, einmal das traute Heim zu verlassen, zu reisen, andere Orte kennenzulernen. Seine Pläne aber werden von spontanen Drehbuchänderungen stets durchkreuzt, bis er Lauren (Natascha McElhone) kennenlernt, die tatsächlich Sylvia heißt. Sie versucht, ihm den Schwindel seines Lebens zu offenbaren. Von da an wird auch Truman hellhörig, bemerkt gar wundersame Dinge - bis zur Vollendung seines Ausbruchs aus dem Gefängnis der öffentlichen Privatsphäre. Eine Geschichte, in die man so schnell integriert wird, wie die filmischen Zuschauer in Trumans Leben. Selbst zum Voyeur verdammt, rechtfertigt man das mit dem Gedanken daran, dass es sich hier "nur" um einen Film handelt - noch. Und das ist das Erschreckende an der Story - so abwegig wie sie zunächst erscheinen mag, ist sie gar nicht. Dementsprechend entflammte sie Diskussionen über von "den Medien" vernachlässigte Moralvorstellungen. Gezeigt wird zwar nur eine hyperbolische Variante, aber wie weit wir wirklich noch vom Superlativ entfernt sind, kann schon jetzt nicht mehr genau definiert werden. Konnte es das jemals? Trotz allem gebührt Regisseur Christof (die Identität mit dem Vornamen Columbus‘ mutet nicht zufällig an), dargestellt von Ed Harris, Anerkennung für die perfekte Inszenierung einer Serie, die von der Unberechenbarkeit ihres Hauptdarstellers getragen wird. Imposant: die dafür konzipierte Kulisse. Brilliante Umsetzung einer grandiosen Idee im Milieu einer achso sauberen amerikanischen Scheinwelt.

Truman-Show 
 (US 1998) 
 Regie: Peter Weir Kamera: Peter Biziou;
 Darst.: Jim Carrey, Laura Linney, Noah Emmerich, Ed Harris, u. a. 
 Länge: 103 Min.; Verleih: UIP 

[kom]


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