Düsterer?
Schon der erste Teil Düstere
Legenden war eine Schandtat und echte Zumutung für den Zuschauer. Aber
wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass es davon noch eine Fortsetzung
geben würde. Zudem ist es doch auch oft so, dass die nachfolgenden Teile
meist nicht besser sind als die Erstlinge, sondern eher an Qualität nachlassen.
Bei diesem Zweiteiler konnte ein Absinken des Niveaus jedoch vermieden werden,
da der Vorläufer nicht wirklich hohe Maßstäbe vorgab. So sind
Düstere Legenden I & II wohl behütet in der Kategorie Filme,
die die Welt nicht braucht.
Kurz gesagt, ist Düstere Legenden II das gleiche wie Teil I, nur in einem
neuen Gewand. Mysteriöse Morde geschehen auf dem Campus einer Filmhochschule.
Wieder einmal hat eine frustrierte Person den Absprung vom Pferd des Wahnsinns
nicht geschafft und meint nun das Glück oder einen Ausweg als Massenmörder
zu finden. Das einzige, was diesem Werk zu Gute kommt, ist der Versuch, ein
wenig Verwirrung und Witz dadurch zu erschaffen, dass es Filmstudenten zeigt,
die einen Horrorstreifen drehen, der ebenfalls Düstere Legenden
heißt. Aber auch dieses Verwirrspiel gelingt nicht ganz - scheint irgendwo
auf halben Weg auf der Strecke geblieben zu sein, so dass man das Gefühl
bekommt, da seien wirklich Amateure am Werk gewesen.
Was den Zuschauer davon abhält, während der Vorführung einzuschlafen,
ist eigentlich nur die Hoffnung, dass wenigstens dieses Mal nicht wieder der
Mörder jemand ist, von dem es rein logisch gesehen nicht erwartet wird,
bzw. der einfach nur eine kurz eingeführte, hintergründige Randfigur
darstellt, über die man eigentlich nichts erfährt, bis halt zum großen
Finale am Schluss. Aber auch in diesem Fall weiß die Geschichte nicht
mit Neuem zu überraschen.
Fazit: Dieser Film kann einem eigentlich nur gefallen, wenn man bis unter den
dritten Halswirbel mit Drogen zugepumpt ist oder wahlweise auch, wenn man Kontainer-reality-soaps
gut findet.
Düstere Legenden II (Urban Legends - Final Cut, USA 2000) Regie, Musik & Schnitt: John Ottman Buch: Silvio Harta, Paul Harris Boardman; Kamera: Brian Pearson Darsteller: Jenifer Morrison, Matthew Davis, u. a. Verleih: Columbia TriStar; Länge: 98 Min.
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